Ich bin der Zorn von Ethan Cross: Toll geschrieben, unglaublich spannend, sympathische Protagonisten!

Bastei Lübbe:

Auch in dem 4. Band von Ethan Cross (Ich bin der Zorn) ermitteln Bundesermittler Marcus Williams und sein Bruder, der Serienkiller, Francis Ackerman jr. gemeinsam.

Quelle: Ich bin der Zorn

Ich bin der Zorn: Leseprobe

Meine Meinung:

Also, erst einmal eine kleine Anmerkung. Sollte dies dein Einstieg in diese tolle Serie werden, dann kann ich nur sagen: Halt, stopp! Ich glaube, dass das nicht gut gehen kann. Man fängt ja auch nicht den Hausbau beim Dach an. Ethan Cross hat mit den ersten Büchern einen soliden Grund gelegt, auf dem dieses Buch aufbaut. Lies den ersten Band und lerne erst einmal die tollen Charaktere kennen. Lass dich vom verblüffenden ersten Teil verzaubern. Und wenn „Ich bin die Nacht“ dir nicht gefällt, dann ist die Serie wohl einfach nichts für dich.
Ich denke, man muss ein bestimmter Typ Leser für dieses Buch sein. Schließlich geht es hier um einen sympathischen Serienmörder und seinen Bruder mit fotografischem Gedächtnis, der befürchtet den Verstand zu verlieren. Und dann ist das Buch noch in einer sehr seltenen Perspektive geschrieben worden.
Dritte Person Erzähler sind in den meisten Büchern allwissend und unfehlbar, doch hier ist der dritte Person Erzähler personengebunden. Die Schwächen der Protagonisten lassen sich so nur zwischen den Zeilen erahnen, weil diese nicht oft in der Lage sind an sich zweifeln zu dürfen. Wenn ein Agent in Aktion an sich zweifeln würde, könnte der Fall sehr schief gehen. So reicht die Beschreibung der Emotionen der Protagonisten nur so weit, wie sie sie sich selbst eingestehen. Deswegen entsteht vielleicht für den Einsteiger in diesem Buch der Eindruck, man hätte es hier mit plastisch perfekten Menschen zu tun. Doch dem Kenner der Serie werden die Abgründe, Schwächen und Ängste der Protagonisten bekannt sein. Nicht umsonst hat die Ackerman jr. Serie eine große Fangemeinde.
Aber nicht nur die sympathischen Protagonisten, die schnell dem Leser ans Herz wachsen, machen die Serie und diesen Roman zu einer großen Lesefreude. Auch die spannenden und actionreichen Szenen fesseln den Leser mit flüssigem, leicht zu lesendem Stil an die Seiten. Und dann ist da noch der tolle, teils schwarze Humor.
Wer jetzt aber eine hochrealistische, hochintelligente Serie erwartet, den wird die Reihe enttäuschen. Eher erwarten den Leser intelligente Ideen, verpackt in eine schriftliche Graphik Novel. Lebendig, filmreif und ohne viele nachdenkliche Gespräche. Mehr „showing“, als „telling“. Mehr lebendige Bilder als Sprache. Mehr Action, weniger Stillstand.
Und da stört dann die lange Beschreibung der Bewachungsmaschine im Gefängnis. Saint Nick wird in allen Einzelheiten beschrieben und es kommt einem so vor, als würden sich diese Einzelheiten einmal zu oft wiederholen. Auf der anderen Seite scheint dies eine Art „Luftholen“ vor der geballten Action zu sein und so durchaus Sinn zu machen.
Anders, als in den anderen Büchern der Serie wird in diesem Teil versucht moralische Ideen direkt anzusprechen, dies ergibt sich aus dem Kontext der Computer gesteuerten Überwachung. Die ganze Serie über wird gefragt, wie oft muss man vergeben? Kann ein Serienmörder noch reintegriert werden? Diesmal werden die Überlegungen des Autors direkt angesprochen:

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„Es gibt viel zu viele Abstufungen von Richtig und Falsch, Gut und Böse. Man muss ein Gleichgewicht finden zwischen der zweiten Chance, der Wiedergutmachung und dem Sicherstellen, dass ein bestimmter Krimineller nie wieder jemandem schadet.“
S. 103

„Ich bin der Zorn“ war für mich, die ich unglaublich gerne die anderen Bücher, bis auf „Ich bin die Angst“, welches ich bis jetzt übersprungen habe, als Hörbücher gehört habe, ein großartiger Lesegenuss. Ich kann dieses Buch den Fans der Reihe nur empfehlen. Aber die werden dieses Buch vermutlich sowieso lesen, denn die tolle Serie macht süchtig. Wer noch keines der Hörbücher gehört hat, dem möchte ich dies hiermit unbedingt ans Herz legen. Thomas Balou Martin liest so großartig, dass die ganze Geschichte als Film vor den inneren Augen abläuft. Besonders Einsteigern empfehle ich die tollen Hörbücher.

 

gelesene Ausgabe: Taschenbuch, Ersterscheinung
Preis: 10,90 €
Verlag: BASTEI LÜBBE
Genre: Thriller
495 Seiten
ISBN: 978-3-404-17421-8
Ersterscheinung: 11.11.2016

 

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Leseevent mit Spurensuche

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Stephenie Meyer, Autorin der international bekannten „Twilight“- Reihe , hat einen Thriller geschrieben und Lovelybooks zelebriert die Veröffentlichung im Fischerverlag mit einem spannenden Event. 

 

 

 

Am 13. 11. ging es vormittags mit einer geheimnisvollen Nachricht los. „Deine geheime Mission beginnt. Zeige mir, ob du starke Nerven hast!“ schrieb C11H17N3O8. Die spannende Rätseljagd auf einen Entführer begann. Das Event findet im Rahmen des Fischer Leseclubs auf Lovelybooks statt, es kann aber auch unabhängig davon daran teilgenommen werden. Insgesamt soll es bis zum 21.11. gehen. Zeitgleich werden das Buch gelesen und Missionen erfüllt. Dieses Mal wurden zu Beginn keine Bücher verlost, stattdessen können die Teilnehmer eine „spannungsvolle Städtereise in einer Stadt nach Wahl“ gewinnen. „Zusätzlich verlosen wir unter allen Teilnehmern des Lese-Events 10 Buchpakete mit 3 spannenden Titeln aus den FISCHER Verlagen!“ schreibt nordbreze, Moderatorin des Leseevents.

Die Stille vor dem Tod

Bastei Lübbe:

Das langerwartete fünfte Buch um die Ermittlerin Smoky Barrett ist endlich da! Cody Mcfadyen öffnet auch in diesem Buch wieder die Tür zu den Abgründen der menschlichen Psyche.

Quelle: Die Stille vor dem Tod

Meine Meinung:
Nachdem ich das Buch beendet hatte, wusste ich nicht, wie ich es rezensieren sollte. Einerseits ist dies ein typischer McFadyen und dann auch wieder nicht. Einerseits war es unglaublich spannend und dann schien es mir Handlungslücken, Lückenfüller und sehr konstruierte Lösungswege zu geben. Wie soll ich ein Buch rezensieren, dass mir einerseits sehr gefallen hat und andererseits ein Flickenteppich zu sein scheint? Mir bleibt nichts anderes übrig, als mir jeden einzelnen Flicken anzusehen, also das Buch in seine Einzelteile zu zerlegen und jedes davon genau zu betrachten.

Das Cover:
Das Cover ist wunderschön, es passt sehr gut zum Titel. Ich empfinde den englischen Titel „Wahrheits- Fabrik“ jedoch sehr viel passender. Aber ich verstehe schon, dass dieser auf Deutsch nicht so spannungsverheißend wie im Englischen klingt. „Die Stille vor dem Tod“ klingt spannend, hat aber nicht sehr viel mit dem Inhalt des Thrillers zu tun. Viel passender wäre „Die Wahrheit und der Schmerz“.

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„Es gibt eine unbequeme Wahrheit, die von den meisten Menschen gern verleugnet wird – die Einsicht, dass jeder an den Punkt gebracht werden kann, den Sie meinen. Jeder kann so sehr am Leben verzweifeln, dass er es beenden will.“ S. 239

 

Der Schreibstil:
Das Buch ist gut geschrieben. Die Sätze lesen sich leicht. Aber, und jetzt kommt ein großes „ABER“, der Aufbau dieses Thrillers ist nicht gelungen. Einerseits sind die Ideen wirklich gut. Aber andererseits kommt es einem hier vor, als hätte man den Flickenteppich, um bei dem Bild zu bleiben, zu oft geflickt. Im Folgenden werde ich den Aufbau des Thrillers näher erläutern, um dann im Anschluss darauf einzugehen, wie ich mir den Thriller besser vorstellen könnte.
Der Anfang von „Die Stille vor dem Tod“ liest sich gut. Smoky wird an einen furchtbaren Tatort gerufen, wird in die Abgründe eines Mörders gezogen und muss Hals über Kopf aus ihrer persönlichen Hölle fliehen. Dies ist der erste Teil des Thrillers und er ist der zweitbeste Teil des Buches trotz großer Logiklücke.
Das zweite Buch beginnt mit Zeitungsartikeln, daraufhin schildert McFadyen, dass Smoky Barrett durch eine weitere Mordserie und weitere Vorfälle stark traumatisiert ist. Die Zeitungsartikel sollen als Verbindung zwischen Buch eins und zwei dienen. Da das Thema jedoch so abrupt auf die neue Mordserie wechselt und die Morde nur von einer schwer traumatisierten Smoky geschildert werden, stockt die Geschichte hier. Die Spannung geht in Unverständnis über und es scheint, als würde Cody McFadyen keine Ahnung haben, was er als nächstes schreiben sollte und den Text mit Lückenfüllern auffüllen. Dabei ist das gar nicht so. Eigentlich könnte man aus diesem zweiten Buch nur einen eigenständigen Thriller machen, wenn man die wissenschaftlichen und brutalen Szenen besser aufteilt.
Das dritte Buch könnte auch ein alleinstehender Thriller sein. Von den drei „Büchern“ ist er der beste Teil. Die Ideen sind spannend, die Umsetzung gelungen. Aber auch hier hätten ein paar Ermittlungsarbeiten, weniger Theorie, dafür mehr Praxis, nur gut getan.
Man könnte entweder eine Kurzgeschichtensammlung aus diesem Thriller machen, indem man die langen wissenschaftlichen Zwischentexte auf die drei Mordszenen aufteilt. Oder man macht drei eigenständige Thriller aus dem einen. Meiner Ansicht nach wäre das die beste Möglichkeit. Mehr Szenen aus Smokys Privatleben würden zeigen, was McFadyen so wichtig darzustellen scheint, nämlich, dass Smoky ein Mensch ist. Dass auch sie irgendwann nicht mehr kann und zusammenbricht. Dass sie all das Erlebte bewegt. Mit mehr Ermittlungsarbeit könnte man die Spannung steigern. So kommen die intelligenten Ideen besser zum Vorschein. Denn diese befinden sich in dem Thriller, gehen jedoch im Chaos des Buches verloren.

Charaktere:
Die Protagonisten, das Team um Smoky Barrett, ihre Familie und sie selbst, sind sympathisch wie eh und je. Auch sind sie konsequent durchgeführt. Jedoch bleiben sie sehr bleich, da sie nicht viel handeln dürfen.

Wissensvermittlung:
Einen Thriller von Cody McFadyen scheint, außer der Spannung, die Wissensvermittlung auszumachen. McFadyen schreibt seine Thriller so sorgfältig, dass er seine ganze Recherche auch miteinfließen lässt. Das ist auch hier so. Doch hier wäre es besser gewesen, diese mehr in den Thriller einzubinden. Es ist trotzdem sehr interessant zu lesen, was er hier schreibt.

Fazit:
Insgesamt ist der Thriller nur teilweise, dann aber richtig, spannend. Das Ende fand ich sehr berührend. Ich würde jedoch empfehlen, das Hörbuch zu hören und nicht das Buch zu lesen. Franziska Pigulla hat eine Stimme, der ich die Smoky Barrett abnehme. Sie liest emotionsgeladen und spannend und ich könnte ihr stundenlang zuhören.

 

gelesene Ausgabe: Manuskript von Lesejury.de
Hardcover:
Preis: 22,90 €
Verlag: BASTEI LÜBBE
Genre: Thriller
478 Seiten
ISBN: 978-3-7857-2566-5
Ersterscheinung: 26.09.2016

Simplify and Detox/ Selbstfindung mal anders

Seit ich mein „word of the year“ kenne, bin ich angetan von diesem Thema. „Simplify“. Klingt doch ziemlich cool, oder?
Aber was bedeutet das eigentlich? Was kann man denn eigentlich vereinfachen? Und wie lässt sich das umsetzen?
Für mich bedeutet simplify, dass ich auf Unnötiges verzichte. Und das macht vor keinem Lebensbereich halt. Aber was ist denn eigentlich unnötig?
Nun, das fängt für mich bei den fünf Sinnen an. Nein, nein. Natürlich sind die fünf Sinne nicht „sinnlos“ 😉 , sondern manche Dinge, die wir mit ihnen erleben. Manche Erlebnisse auf die wir uns einlassen.

Sehen: Fernsehen, Computer(spiele), (Internet)filme, Internet, DVDs, …etc.
Wie lange ist bei dir am Tag der Computer (damit meine ich auch den Laptop und seine Geschwister) aus?

Riechen: Deo, Duschgel, Shampoo, Parfüm, Handcreme, Gesichtscreme…etc.
Wir benutzen jeden Tag so viele Pflegeprodukte, die alle unterschiedlich riechen! 

Schmecken: Zusatzstoffe, Zucker, Salz, ungesunde Fette, zu viele Säuren… etc 
Hast du dir schon mal in aller Ruhe angesehen, was alles in deinen Lebensmitteln drin ist?

Fühlen: Wut, Ärger, Stress, Hass, schlechtes Gewissen, Angst.. etc.
Wir lassen zu viel zu nah an uns ran. 

Hören: Nebengeräusche, laute Musik, Fernsehen, Radio.. etc.
Wie viele Geräuschquellen kannst du gerade aus machen?

Und dann gibt es noch Dinge, die wir lassen könnten und trotzdem tun. Lügen zum Beispiel. Oder einfach zu viel reden. Zu viele Kommentare hinterlassen. Oder auch Dinge, die wir eigentlich gar nicht tun wollen und trotzdem tun.

Ausmisten könnten die meisten von uns vermutlich auch mal wieder. Oder aufräumen und putzen 😀 . Schmutz und Staub sind unnötig.

Man muss nicht jedem Trend hinterherlaufen. Manch einer brauch auch nicht jedes Abo, dass er hat. Oder die viel zu große Wohnung, in der man sich eh kaum aufhält.

Wie ihr seht kann man auf echt viel unnötiges verzichten. Und wisst ihr was das coolste daran ist? Je mehr man auf unnötige Dinge verzichtet, desto besser lernt man sich selber kennen und entgiftet sein Leben!

Wie kannst du anfangen das in deinem Leben umzusetzen? Was ist in deinem Leben unnötig?